mA - Heureka! Die A-Jugend hat das Siegen nicht verlernt!

Zwar will ich hier keine größenwahnsinnigen Vergleiche aufziehen, aber die bisherige Saison der mA-Jugend erinnerte einen etwas an die antike Sage des Sisyphos. Kurzer Exkurs: Das war der, der als Bestrafung durch die Götter Tag für Tag einen Felsbrocken den Berg hochhieven musste, nur damit er ihm kurz vor dem Gipfel entgleitet. Die mA-Jugend hat zwar nichts falsch gemacht, wodurch ihr solches Leid widerfahren musste. Trotzdem gingen sie immer wieder ins Training, quälten sich durch die Spiele (meist mit einer sehr spärlichen Auswechselbank), nur um am Schluss von den Gegnern wie von einem unaufhaltsamen Felsbrocken erschlagen zu werden – und das ist noch ziemlich diplomatisch ausgedrückt.

Zwar reihte sich so Niederlage an Niederlage und die Spieltage am Ende der Tabelle häuften sich, doch die Mannschaft steckte nicht auf und versuchte es stets auf ein Neues, den Gipfel des Sieges endlich selbst zu erklimmen. Und gegen den direkten Tabellenkonkurrenten, dem vorletzten Eintracht Dachau-Karlsfeld, bot sich wohl eine größere Chance als gegen den Rest der Liga. Den Fakt, dass beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams die goldene Ananas dem Gegner überlassen wurde, musste auch nicht jeder Zuschauer noch einmal hören.

Man begann also das Spiel mit mal wieder nur einem Ersatzspieler und einem Anhang auf der Tribüne, der noch ganz erschöpft war vom nervenaufreibenden Spiel der Herren-Mannschaft direkt zuvor. Die Stimmung war also zu Beginn ziemlich ruhig, es erwartete aber auch niemand wahrhaftig wundersame Ereignisse. Die Hitze in die Partie mussten die Jungs also selbst bringen. Und das taten sie mit Bravour und breiter Brust. Die Abwehr war von Minute Eins an hellwach. Besonders bei Tempoverschärfungen des Gegners hatten die Wölfe bisher große Probleme die Lücken diszipliniert zu schließen. Doch diesmal schienen die bisher so behäbigen Beine wie leichte Federn zu sein – und dementsprechend bewegten sich die Garchinger auch auf dem Feld. Konsequent wurde der Gegner gestört, mit einer Prise, nein, einer ganzen Portion Körperlichkeit. Technische Fehler waren die logische Folge und die Jungs wussten diese auszunutzen. Die Chancen, die es auch in den bisherigen Spielen durchaus gab, wurden endlich genutzt und die Führung war nach acht Minuten schon bei 5:1. 

Die Zuschauer wussten auch nicht so recht, wie sie zu reagieren hatten, es war schließlich ungewohnt eine solch fast schon dominante Vorstellung zu erleben. Und da war bei weitem noch nicht Schluss. Jonas wuchs im Tor über sich hinaus, der Angriff lief plötzlich wie ein Motor nach dem Ölwechsel. Die Gäste aus Dachau/Karlsfeld versuchten den Spielfluss der Garchinger zu unterbrechen, doch die eigene Auszeit schadete ihnen noch viel mehr, der Vorsprung wuchs auf ganze neun Tore an. Was die Tribüne hier erlebte, mochte kaum einer glauben, und die Zuschauer wurden zu Anhängern, die Stimmung war beflügelt von der spielerisch leichten Routine, wie die Jungs ihren Gegner mit chirurgischer Präzision aushebelten. Zwar schrumpfte der Vorsprung zur Halbzeit auf 16:9, doch für die Mannschaft war klar, dass dieses Spiel nicht aus der Hand gegeben werden dürfe. Denn heute sei der Tag, an dem dieser elendige Bock endlich umgestoßen werden würde.

 

Der gefährlichste Abschnitt einer A-Jugendpartie in dieser Saison ist die Phase direkt nach der Halbzeitpause. War der Rückstand dort oftmals noch aussichtsreich, ist diese Aussicht schnell durch Ballverluste und gnadenlose Tempogegenstöße getrübt worden. Sekundenschlaf folgte auf Kurzzeitblackout – das Übliche eben. Doch an diesem Sonntag war die Geschichte eine andere. Nicht, dass die Gäste keine Gegenwehr boten. Sie stellten um auf eine deutlich aggressivere 5-1-Deckung, um den Mittespieler der Wölfe abzuschotten. Nach kurzer Anpassungszeit erkannten die Garchinger aber, dass plötzlich viel größere Lücken am Angriffskreis waren, und sie wussten diese auch zu nutzen. Angriff um Angriff wurde die Ruhe bewahrt, die Kräfte mussten schließlich ob der wenigen Wechsel geschont werden. Es wurde sich Zeit gelassen, aber am Ende wurde ein Wurf nach dem anderen verwertet. Spätestens beim ersten Zehn-Tore-Vorsprung nach ca. 40 Minuten war den Zuschauern klar, dass den Wölfen heute der Sieg nicht entrissen werden konnte. Und obwohl der Abstand konstant blieb, blieben die Garchinger körperlich präsent, aber trotzdem fair (nur eine Zwei-Minuten-Strafe).

In einer wahrlich dominanten Manier beendeten die Jungs das Spiel und gewannen am Ende deutlich mit 33:22. Ein Spiel der Superlative, es war die beste Angriffsleistung gepaart mit der besten Defensivleistung der Saison. Hinzu kommt die wohl beste Stimmung, die es bei einem Heimspiel heuer wohl gab und selbstverständlich die glücklichsten Gesichter zum Schluss. Und während Sisyphos weiterhin seinen Felsbrocken den Berg hochschiebt, kann die A-Jugend sich endlich mal wieder auf die Schulter klopfen. Denn diese dominante Leistung konnten selbst die Götter nicht verhindern.

VfR Garching – Eintracht Dachau-Karlsfeld 33:22 (16:9)

Aufstellung: Jonas Wagner, Nico Panusch (8), Lukas Altinger (3), Moritz Altinger (6), Aron Meier (8), Matija Adamov (3), Kevin Nguyen, Tim Kränzle (5)

 

Trainer: Tobias Steinle

Aron Meier